Naturfreunde Dortmund-Kreuzviertel

Achtung Änderung: Treff ist ab 17.30 Uhr im Bereich Kampstraße/ Katharinenstraße

Nachdem ich mir nach der Fussball-Weltmeisterschaft Sorgen um die mit großem Erfolg eingesetzten Vuvuzelas machte, scheint es jetzt doch eine neue Nutzung zu geben. Die Vuvuzelas brauchen ab sofort in keiner Ecke, auf keinem Dachboden mehr zu verschimmeln.

Nein, sie kann jetzt bei Live-Konzerten bestimmter Musikgruppen und Musikrichtungen eingesetzt werden und das wahrscheinlich mit großer Wirkung. Die mit dem Lautstärkepegeln von Düsenflugzeugen konkurrierenden Schallerzeuger (bis zu 130 dB) passen wunderbar zu den dumpfen und agressiven Tiraden aller Bands aus dem rechten Spektrum.
Gekonnt geblasen, übernehmen sie dabei sofort die Leitung der weiteren Harmonien. Nicht immer so, wie sich die jeweilige Band das vorgestellt hat, aber doch bestimmt unter dem Applaus der zahlreichen Demokraten, die ja bei solchen Acts auch meistens dabei sind. Naja, nicht jeder kann ein solches filigranes Instrument sein Eigen nennen, eine Schiedsrichter- oder Trillerpfeife tut es auch.

Die erste gemeinsame Übungsstunde ist auch schon terminiert. Der Dortmunder Polizeipräsident Schulze, das ist der, der auf keiner Seite steht, hat für den Vorabend des Naziaufmarsches, also am 3. September, ein Livekonzert einer rechten Band genehmigt.

Hier können wir doch eine unserer ersten Übungsstunden, dazu noch unter freiem Himmel abhalten. 

Kommt alle

und bringt an Geräuscherzeugern mit, was das Zeug hält. 

Treff ist ab 17.30 Uhr im Bereich Kampstraße/Katharinenstraße


zu einer Gegendemonstration gegen diese Veranstaltung. Diese Demo der Grünen ist die einzige Veranstaltung an diesem Tag, die die Polizei im unmittelbarer Nähe zu den Rechten genehmigt hat. Alle anderen ­Gegende­monstranten müssen ihren Protest jenseits der Bahnlinie kundtun. Das rechte Konzert selbest wird wohl an der Katarinentreppe gegenüber dem Hauptbahnhof stattfinden.

weitere Infos (klick) sowie (klick)

Der Kassierer meint dazuCool:

Hömma webmaster, Superidee mit den Vuvuzelas am 3. und 4. September 2010.

Aber: Kann es sein, dass ich aus deinen Worten eine leise Respektlosigkeit gegenüber der Vuvuzela herausgehört habe? Du schreibst die Vuvuzelas  „ ... passen wunderbar zu den dumpfen und agressiven Tiraden aller Bands aus dem rechten Spektrum.“ Hömma, die Vuvuzelas passen überhaupt nicht dazu, sie sind das glatte Gegenteil davon. Sie sind die schöne Stimme Afrikas.

Wenn die dortigen einheimischen Fußballclubs aufeinandertreffen, dann ist der Vuvuzela-Sound eine melodische Angelegenheit in Dialogform zwischen den gegnerischen Fans. Das dumpfe, leicht nervtötende Dauergetröte bei der WM kam eben nicht von afrikanischen Vuvuzela-Virtuosen, sondern von den ausländischen WM-Gästen. So siehts aus.

Also: die Vuvuzela ist ein ernstzunehmendes Instrument. Gründen wir Vuvuzela-Orchester. Vuvuzelas gibt’s im Internet ab 4 Euro, zum Beispiel: hier-klick

(Schleichwerbung für den guten Zweck). Das Instrument ist leicht zu erlernen, intensives Üben überflüssig. Sporadische Proben reichen völlig aus, am besten öffentlich.

Die schöne Stimme Afrikas gegen dumm-brutales Nazi-Gekreische. Schöner geht’s nicht.

Na dann, mal los.....